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Ein Jahr beginnt. Nüchtern betrachtet, passiert da ja nichts Besonderes. Die Zeit verrinnt gestern genauso schnell oder so langsam wie heute und noch 364 mal. Und doch ist der Jahreswechsel kein Übergang von einem Tag zum anderen. Er ist wie eine Schwelle, über die wir bewusster gehen. Aus einem vertrauten in einen unbekannten Raum. Wir lassen ein Stück unseres Lebens zurück – einzigartig und unwiederholbar – und nehmen ein neues.

Obwohl wir gern die Macher sind und „unseres Glückes eigener Schmied“ liegt es nicht nur an unserer Kraft, wie dieses neue Jahr werden wird. Selbst wenn wir – aus Erfahrung! - auf gute Vorsätze verzichten und keine großen Pläne machen: in diesen Tagen wünschen wir gegenseitig Glück und Gesundheit, vielleicht Frieden und manchmal den Segen Gottes. Auch dies machen wir aus Erfahrung: weil wir Verwundbarkeit kennen und Sehnsucht, dass Leben glückt.

So sehen wir wie an einer Schwelle: Für manch kommenden Stresstest werden wir einen Rettungsschirm brauchen und anderswo wieder mutige und fröhliche und leichtfüßige Schritte. Ich wünsche mindestens 364 mal beides – beschirmt zu sein und die Kraft zum Gehen.

 

veröffentlicht am 2.1.2012 in der rubrik "gedanken zur woche" der www.svz.de

privates blog von stephan und kerstin dann
bis dann...